“Something inside me has reached the place where the world is breathing.”
— KABIR

Meine Praxis hat ihre Wurzeln in der spirituellen und philosophischen Lehre des Yoga und des Buddhismus und ist gleichzeitig stark inspiriert von diversen zeitgenössischen Bewegungsmodalitäten und Ansätzen aus den Bereichen Embodiment und Somatics, bei denen es weniger darum geht, wie die einzelnen Haltungen und Abfolgen aussehen. Im Vordergrund steht vielmehr das authentische, individuelle Erleben – wie es sich anfühlt, ein lebendiger Körper zu sein.
Embodiment bedeutet erstmal ganz simpel, nicht nur unserem Kopf, sondern auch unserem Körper zuzuhören, so dass die Kommunikation zwischen Körper, Geist und Herz wieder in ein gesundes Lot gebracht werden kann. In meinem Yogaunterricht möchte ich dich dazu einladen, deine jeweiligen Erfahrungen immer wieder aufs Neue offenherzig zu erkunden – ganz ohne Erwartungsdruck. Das ist nicht unbedingt leicht, denn wir haben vielfach gelernt, uns von außen zu betrachten (und zu kritisieren) und stehen uns beim Spüren sozusagen mental im Weg. Neben klassischen Elementen aus dem Vinyasa und Hatha biete ich dir dafür Bewegungsmöglichkeiten an, die bewusst deine Körper- und Eigenwahrnehmung schulen. Das umfasst die Schulung deiner sensomotorischen Fähigkeiten, die Wahrnehmung deiner Sinne (inklusive der Faszien als Sinnesorgane) sowie das Erspüren subtiler Körperprozesse und feinstofflicher Signale.
In diesem Kontext habe ich mich auf SLOW FLOW und YIN YOGA spezialisiert. In meinen SLOW FLOW Klassen kann die Verlangsamung uns zum einen dabei helfen, mehr wahrzunehmen und bereits „abgespeicherte“, automatisierte Bewegungsabfolgen neu zu erfahren. Zum anderen fordert sie verstärkt die Muskulatur und wirkt demnach sehr kräftigend auf den Körper. YIN YOGA ist eine ruhige, meditative und zutiefst erdende Praxis. Mehr zu YIN YOGA weiter unten.
Doch Yoga beschränkt sich nicht auf den inneren Prozess. Es geht vor allem um Verbundenheit – mit uns selbst und mit der Welt um uns herum. Es geht darum, die Praxis von der Matte in das tägliche Leben zu tragen. Yoga, Achtsamkeit, Mitgefühl, Wertschätzung und (Selbst-)Liebe sind nicht nur Praktiken für den Studioraum, sondern Werte, die wir in unserem Miteinander und in der Welt leben. Für mich ist das die Basis für eine wirklich sinnvolle, spirituelle Praxis.
LET’S BEGIN TO CARE FULLY FOR THE PLACE WE ARE IN: OUR BODY, OUR MIND, OUR SPIRIT AND OUR WORLD.
YIN YOGA
Yin Yoga ist alles, was ich oben beschrieben habe – in langsam. Yin Yoga ist eine ruhige, stille und zutiefst meditative Praxis, in der wir bewusst pausieren. Die einfachen Haltungen, die wir oft im Liegen und über mehrere Minuten einnehmen, bilden einen sicheren Container für Selbstreflexion und Selbstregulation. Yin Yoga lehrt uns, eine feine Präsenz für den jeweiligen Moment zu kultivieren, ohne uns zu pushen, nach Lösungen zu suchen oder die Situation zu verbessern. Die Verlangsamung lädt uns dazu ein, unserer gesamten Erfahrung – Körper, Emotionen, Gedanken, Reaktionsmuster – Raum zu geben. Wir erweitern nach und nach unsere Kapazität, für das präsent zu sein, was in einem gegebenen Moment auftaucht, ob angenehm, unangenehm oder neutral. Das bedeutet nicht, dass wir uns dazu zwingen sollten, die jeweilige Asana einfach nur „auszuhalten“ oder uns durch irgendwas „durchzubeißen“! Es bedeutet, die Situation auf allen Ebenen sozusagen erst einmal abzuchecken, um dann von diesem inneren Blickwinkel aus eine differenzierte Entscheidung zu treffen: bewege ich mich, bleibe ich, was ist gerade angemessen, was ist weise?
Yin Yoga lehrt uns „wise discernment“: die Kunst der weisen Einsicht und des situationsgerechten Handelns. Unsere gewöhnlichen Reaktionsmuster kommen erstmal deutlich zum Vorschein. Irgendwann beginnen wir dann, sie zu unterbrechen, um etwas anders zu machen. Wir beginnen, auf eine Situation zu „antworten“, nicht blind zu reagieren (responding not reacting). Letztlich lehrt uns die Praxis des Yin Yoga, einen Raum, eine gewisse Freiheit zu kreieren, wo Neues entstehen kann.
Yin steht für Stille, Rückzug, Langsamkeit, Innenschau, Kontemplation, allein sein, brach liegen. Yin ist Winter und Dunkelheit. In einer Kultur, in der vor allem die Yang-Aspekte des Lebens wertgeschätzt werden (Schnelligkeit, Aktivität, Produktivität, Wachstum, Kraft, in Kontakt sein, Außen, Sommer, Sonne, Licht) ist Yin Yoga radikal.
In einer Welt, die selten zur Ruhe kommen oder still sein darf, in der die natürlichen Rhythmen und die Balance zwischen Yin und Yang verloren gegangen ist, in der die Menschen ihre zyklische Intelligenz verlernt haben und zwangsweise dauererschöpft und chronisch überfordert sind, ist Yin Yoga radikal heilsam.