
“You do not have to be good.
You do not have to walk on your knees
For a hundred miles through the desert, repenting.
You only have to let
the soft animal of your body
love what it loves.”
— MARY OLIVER
EMBODIMENT: WAS UND WOZU?
Embodiment ist mittlerweile ein ziemlich modischer und weit verbreiteter Begriff. Aber was genau ist das eigentlich? Ich persönlich verstehe Embodiment grundsätzlich als den Prozess, die Aufmerksamkeit vom Kopf in den Körper zu lenken: weg von den Gedanken und hin zum Spüren. Im Kern mag sich das einfach anhören. Tatsächlich jedoch fällt es vielen von uns nicht besonders leicht. Oft stehen wir uns beim Spüren mental im Weg. Wir haben vielfach gelernt, unser Erleben von außen (oder von oben) zu betrachten, zu kommentieren, zu analysieren, zu kritisieren. Unser Körper, seine Empfindungen und Bedürfnisse sind uns fremd geworden. Und auf eine ganz fundamentale Weise sind wir uns dabei selbst fremd geworden. Wir haben Kontakt verloren zu dem Teil in uns, den die US-amerikanische Lyrikerin Mary Oliver als unseren soft animal body bezeichnet – diesem weichen, liebenswerten Tierwesen, das wir nunmal auch sind.
Disembodiment – körperliche Selbstentfremdung – zeigt sich auf unterschiedlichste Weise. Vielleicht hast du ständig das Gefühl, etwas zu verpassen, obwohl dein Leben doch eigentlich ganz gut ist und du alles hast, was du so brauchst. Vielleicht hast das Gefühl, irgendwas nicht auf die Reihe zu bekommen im Leben, fühlst du dich ständig getrieben und erschöpft, lässt dich nie wirklich zur Ruhe kommen. Vielleicht lehnst du deinen Körper ab und schämst dich für ihn, weil er nicht so aussieht oder so funktioniert, wie er es deiner Meinung nach tun sollte. Vielleicht wirst du älter und tust dir schwer damit, die Veränderungen zu akzeptieren. Vielleicht tust du alles, um deinen Körper und deine Gefühle nicht zuzulassen und hast Verhaltensmuster entwickelt, von denen du weißt, dass sie dir eigentlich nicht gut tun und im Prinzip nur der Ablenkung dienen. Vielleicht fühlst du dich verloren, ratlos und hast Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen. Du weißt schlichtweg nicht, was du tatsächlich willst oder brauchst oder was dir eigentlich gut tut.

EMBODIMENT COACHING:
CAN YOU FEEL IT?
Im Embodiment Coaching geht es also prinzipiell um grundsätzliche Körper- und Eigenwahrnehmung und darum, einen Weg aus der Körperentfremdung zu finden. Es geht darum, den Kommunikationsstau zwischen Kopf und Körper aufzulösen und dabei festsitzende, klebrige Verhaltens- und Denkmuster mit Hilfe des Körpers neu zu beleuchten. Es geht darum, deinem soft animal body Zuneigung und liebevolle Aufmerksamkeit entgegen zu bringen.
Im Embodiment Coaching geht es keinesfalls um Selbstoptimierung, neue Regeln, 10-, 12- oder 20-Step-Programme, Trainings- und Diätpläne. Es geht nicht darum, „an dir zu arbeiten“. Du musst dich nicht selbst kasteien oder auf den Knien hundert Meilen durch die Wüste kriechen. Es geht auch nicht darum, dein denkendes Wesen zu verteufeln. Du hast ein wunderschönes, phänomenales Gehirn, das fürs Denken gemacht ist! Und das darf es auch gerne weiterhin tun, bloß eben mit weniger Dominanz.


Ich arbeite PROZESSORIENTIERT, SYSTEMISCH und mit einem körperorientierten Schwerpunkt.
Prozessorientiert bedeutet, dass es weniger um die Lösung eines Problems und die Verfolgung eines bestimmten Ziels und mehr um den Prozess geht. Ein Prozess ist lebendig, er hat in der Regel Wendungen und verläuft selten linear. Die Frage lautet weniger „Was will ich erreichen?“, sondern vielmehr: „Wo bin ich jetzt? Was braucht gerade Raum? Ein bestimmtes Gefühl, ein Gedanke, eine Empfindung? Und wo führt mich das hin?“. Als Coachin gebe ich nicht die Richtung an, sondern halte den Rahmen und biete dir eine sensible Begleitung an. Gemeinsam folgen wir immer dem, was im Moment relevant ist, statt an einem starren Plan festzuhalten.
Systemisch bedeutet, dass dein Prozess nicht als isoliertes Phänomen betrachtet werden kann. Dein Erleben steht immer in Beziehung: zu anderen (Partnern, Kindern, Freund*innen), zu der Lebensphase, in der du dich aktuell befindest, und zum größeren gesellschaftlichen Kontext.
Körperorientiert bedeutet, dass der Körper im Vordergrund deiner Erkundungen steht. Gleichzeitig bleiben wir im Gespräch. Wir arbeiten also sowohl mit Spüren als auch mit Sprache und Reflexion. Manchmal können uns die Sprache und die kognitive Ebene dabei helfen, einen Zugang zum Körper zu finden. Letztlich gehört alles zu unserem Erleben. Die verschiedenen Ebenen unserer Erfahrung lassen sich nicht streng voneinander trennen. Die Arbeit ist also ganzheitlich und gibt allen Teilen ausreichend Raum, um gehört zu werden.

Viele der Menschen, die zu mir kommen, befinden sich in einer Phase des Umbruchs und möchten sich innerlich sammeln und einen liebevollen Kontakt zu sich selbst etablieren. Wenn du dir ebenfalls Unterstützung wünscht und einen Termin vereinbaren möchtest, schicke mir gerne eine Nachricht.
Wir können uns vorab gerne für ein kostenloses Erstgespräch verabreden. So kannst du in Ruhe schauen, ob du von mir begleitet werden möchtest. In dem Fall bekommst du ein individuelles Angebot.
Ich unterrichte Yoga und Körperachtsamkeit seit 2013 und bin seit 2022 ausgebildete systemische Coachin mit dem Schwerpunkt Stressbewältigung und Burnout-Prävention. In diesem Rahmen biete ich dir eine professionelle Begleitung an, die jedoch keine Psychotherapie ersetzt.